Nazis on Speed

Buchrezension

Author: Lauscher
Date: Nov 12, 2002
Views: 6550

BUCHREZENSION

published in MUSHROOM MAGAZINE #89 - Oktober 2002
www.mushroom-online.com

Verlag:
Werner
Pieper & The Grüne Kraft
Alte Schmiede
D-69488 Löhrbach
Fax 06201-22585
www.gruenekraft.com

Herausgeber
Werner Pieper
Band 1 ISBN 3-930442-53-1
Band 2 ISBN 3-930442-54-X (Materialband)


N A Z I S O N S P E E D

-Drogen im 3.Reich-

Der Führer Adolf Hitler war ein Speed-Junkie mit persönlichem Leibarzt.
Reichsmarschall Hermann Göring ein Kokainfreund, der sich seine Morphinsucht
erst nach Kriegsende in den Nürnberger Prozessen abgewöhnte.
Die Wehrmacht marschierte mit chemischer Unterstützung im Gepäck in den
Krieg und kämpfte gegen die ebenfalls gedopten Alliierten.

Herausgeber Werner Pieper beschreibt in seinem zweibändigem Werk "Nazis on
Speed" die Geschichte der >=Genussmittel„ von Anfang des 19.Jahrhundertes bis
zum Ende des II. Weltkrieges in diesem unserem Lande.
Es beinhaltet interessante Tatsachen, die nicht auf dem Lehrplan des
Schulfaches Geschichte stehen. Anhand von Texten verschiedenster Autoren
sowie zahlreichen Quellenangaben kann sich der Leser ein eigenes Bild von
der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung der >=Genussmittel„ hin
zum >=Rauschgift„ machen.
Insbesondere bei der Lektüre der menschenverachtenden Beiträge
nationalsozialistischer Schreiberlinge wird deutlich, wie in dieser Zeit
gedacht und infolge dessen Politik gemacht wurde. Die daraus entstandenen
Gesetze haben weitgehend heute noch Gültigkeit, Wortschöpfungen der Nazis
wie >=Rauschgift„ oder die Polizei als >=Freund und Helfer„ (Himmler) sind
ebenfalls im alltäglichen Sprachgebrauch.

Werner Pieper legt mit diesem zweibändigen Werk eine mutige Dokumentation
vor, zu der es im Buchhandel keine Alternative gibt. Er zeigt Aspekte der
deutschen Geschichte aus einem Blickwinkel, der über Jahrzehnte nur in der
Gerüchteküche oder den verdrängten Erinnerungen unserer Großelterngeneration
existierte. Selbst die schier unglaublich perversen Menschenversuche mit
unzähligen Substanzen in den deutschen Konzentrationslagern, die nach
Kriegsende unter erzwungener Mithilfe deutscher Wissenschaftler von der CIA
in den Vereinigten Staaten weiter geführt wurden, werden nicht ausgespart.
Das Buch ist keine leicht verdauliche Lektüre, denn es fordert den Leser zur
Auseinandersetzung mit der Drogenthematik im dunkelsten Kapitel der
deutschen Geschichte heraus.
Werner Pieper hat lange und intensiv recherchiert, um dieses Werk
veröffentlichen zu können. Teilweise waren die betroffenen Unternehmen
unserer Chemieindustrie von der eigenen Firmengeschichte selber überrascht.

Das Ergebnis liegt nun vor und hat das Potential, das Verständnis unserer
eigenen Vergangenheit in ein anderes Licht zu rücken. Eine sehr
beeindruckende Leistung.

Was machen eigentlich die Geschichtsprofessoren an unseren Universitäten den
ganzen Tag?

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