ZOOM FESTIVAL 2005

Author: Zoom Festival
Date: Jun 16, 2005
Views: 4616

Ablehnung des Gesuches um Durchführung des Zoom-Festivals 2005 in Zürich


Date: June 16, 2005
Text: Zoom Festival

Aufgrund unserer bisherigen Erfahrungen konnten wir nicht erwarten, dass der Stadtrat von Zürich das Zoom-Festival, als grösstes Multimedia Openair Europas und zweit grösster Event nach der Street Parade jemals kulturell anerkennen würde. Wir erwarteten aber, dass wenigstens die Bedeutung dieses Anlasses für die Street Parade und die Jugend von Zürich dazu führen würde, dass eine einvernehmliche Lösung gemeinsam gefunden werden kann.

Der Stadtrat von Zürich hat jedoch unser diesjähriges Gesuch um die erneute Durchführung des Zoom-Festivals auf dem angestammten Gelände auf dem Adlisberg kategorisch abgelehnt.

Wie Sie den nachfolgenden Facts entnehmen können, ist auch die Vorgehensweise, diverser Stellen der Zürcher Verwaltung für uns irritierend:

1. Das Zoom-Festival 2002 wurde bekanntlich kurz vor Kassenöffnung von der Baupolizei aus Sicherheitsgründen abgesagt. Dieser Entscheid wurde nie schriftlich ausgestellt und es existiert auch kein Begehungsprotokoll, welches die Gründe für die Schliessung aufführen würde.

2. Im Herbst 2002 wurde uns von Grün Stadt Zürich im Auftrag von Herrn Stadtrat Waser mitgeteilt, dass das Gelände nach dem wetterbedingten Morast von der gescheiterten Veranstaltung dieses Jahres nun 3 bis 5 Jahre Ruhe brauche und so lange nicht mehr zu Verfügung gestellt werde.

3. Im folgenden Jahr 2003 wurde unser Bewilligungsantrag an den Gesamt-Stadtrat von Zürich dem Stadtrat erst gar nicht vorgelegt und während vier Monaten auch nicht beantwortet. Erst ein mehrmaliges „Nachhaken“ bewirkte eine ablehnende Antwort in Form eines informellen Schreibens.

4. Auf unsere darauf eingereichte Petition antwortete der Stadtrat selber mit einem ablehnenden Schreiben und nannte als Grund für seine Haltung die bereits bestehende Überlastung des Geländes und die Grösse des Anlasses.

5. Nachdem wir letztes Jahr in Winterthur Unterschlupf gefunden hatten, verzichteten wir auf einen Bewilligungsantrag im Jahr 2004, um dem Gelände in Zürich die von den Behörden geforderte minimale Frist von drei Jahren Ruhe zu gewähren.

6. Dieses Jahr hat der Stadtrat über unseren Bewilligungsantrag entschieden. Die ablehnende Antwort ist diesem Mail angeheftet. Als Grund wird wieder die Grösse und die Eignung des Geländes angeführt, was wir als Argument plausibel widerlegen können.

Was uns aber besonders irritiert, ist der Umstand, dass unser offizielles Gesuch nicht mit einem rekursfähigen Entscheid beantwortet wurde, sondern wieder mit einem informellen Schreiben. Die Vermutung drängt sich auf, dass auf Zeit gespielt wird, damit ein allfälliger Rekurs oder mögliche Einsprachen aus Zeitgründen nicht mehr zum Erfolg führen können!

Zur Zeit warten wir auf den beantragten rekursfähigen Entscheid, damit wir entscheiden können, wie weiter vorzugehen ist. Es muss davon ausgegangen werden, dass das Zoom-Festival 2005 nicht in Zürich stattfinden wird. Wir kämpfen aber weiter dafür, dass wir das Gelände auf dem Adlisberg in Zukunft wieder benützen können.

Wenn man bedenkt, wie leidenschaftlich, sich der Stadtrat von Zürich für andere kulturelle Anliegen in dieser Stadt einsetzt oder wie herzerfrischend er sich z.B. für die Fussballspiele stark macht, muss man sich an unserer Stelle als Kulturleiche fühlen... Auch wenn bei unserem eigenen Engagement nicht der finanzielle Aspekt im Vordergrund steht, möchten wir doch aus wirtschaftlicher Sicht festhalten, dass die Street Parade Zürich jedes Jahr zwischen 100 und 150 Millionen Franken und ebenfalls internationale Beachtung bringt, während bei der Fussball Europameisterschaft ein einmaliger Umsatz von 40 Millionen Franken geschätzt wird. Wenn der kulturelle Wert dieses Wochenendes schon nicht erkannt wird, dann sollte wenigstens der Wert für Wirtschaft und Arbeitsplätze berücksichtigt werden!

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